Essen verstehen – Beziehung stärken – Druck herausnehmen

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Für Säuglinge und Kleinkinder ist Füttern ein Beziehungsgeschehen, das eng mit Sicherheit, Regulation und Körperwahrnehmung verbunden ist. Wenn Essen schwierig wird, kann das für Eltern sehr belastend sein – Sorgen, Unsicherheit und Druck entstehen schnell.

In meiner Begleitung unterstütze ich Familien dabei, die Ursachen von Fütterproblemen zu verstehen, Spannungen zu lösen und Essen wieder als etwas Sicheres und Verbindendes zu erleben.


Wann spricht man von Fütterstörungen oder problematischem Essverhalten?

Schwieriges Essverhalten kann sich unterschiedlich zeigen, zum Beispiel durch:

  • Verweigerung von Nahrung oder Getränken

  • sehr kleine Mengen oder stark eingeschränkte Lebensmittelauswahl

  • Weinen, Würgen oder Erbrechen beim Essen

  • Anspannung oder Abwehr beim Füttern

  • häufige Unterbrechungen oder sehr lange Mahlzeiten

  • nur Essen im Schlaf oder unter Ablenkung

  • Stress und Konflikte rund um Mahlzeiten

Diese Schwierigkeiten können bereits im Säuglingsalter (Stillen, Flasche, Beikost) oder im Kleinkindalter auftreten.


Mögliche Ursachen

Fütterstörungen haben selten nur eine Ursache. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen, wie zum Beispiel:

  • frühkindliche Regulationsschwierigkeiten

  • belastende Schwangerschafts- oder Geburtserfahrungen

  • Frühgeburt oder medizinische Eingriffe

  • lange Klinikaufenthalte oder Sondenernährung

  • Schmerzen, Reflux oder körperliche Überforderung

  • Über- oder Unterstimulation

  • Druck, Angst oder Stress im Fütterkontext

Wichtig ist: Weder das Kind noch die Eltern sind „schuld“.


Wie erfolgt die Begleitung?

Die Begleitung ist:

  • bindungs- und beziehungsorientiert

  • körper- und wahrnehmungsbasiert

  • ressourcenstärkend

  • individuell auf das Kind und die Familie abgestimmt

Im Fokus stehen:

  • das Erkennen der Signale des Kindes

  • die Unterstützung von Selbstregulation

  • das Lösen von Spannungen im Körper

  • das Schaffen von Sicherheit beim Essen

  • das Entlasten der Eltern

Eltern erhalten konkrete, alltagstaugliche Impulse, um Mahlzeiten ohne Druck zu gestalten.


Die Rolle der Eltern

Eltern spielen eine zentrale Rolle im Essverhalten ihres Kindes. In der Begleitung werden sie unterstützt dabei:

  • Vertrauen in die Signale ihres Kindes zu entwickeln

  • den eigenen Stress im Fütterprozess zu reduzieren

  • Sicherheit und Struktur zu geben

  • Essen wieder als Beziehungsmoment zu erleben

Auch eigene Sorgen, Ängste oder belastende Erfahrungen dürfen Raum bekommen.


Ziel der Begleitung

Ziel ist es, dass:

  • Kinder Essen wieder als sicher und angenehm erleben

  • Selbstregulation und Körperwahrnehmung gestärkt werden

  • Mahlzeiten entspannter verlaufen

  • Eltern entlastet werden und neue Sicherheit gewinnen

Nicht die Menge oder der „Erfolg“ stehen im Vordergrund, sondern Beziehung, Vertrauen und Entwicklung